Meine erste eigene Website – und warum sie sich größer anfühlt als sie ist
Ich habe mir in den letzten Wochen meine erste eigene Website gebaut. Kein großes Masterprojekt wie ihr sehen könnt und schon gar kein durchinszenierter Launchplan. Ich habe beschlossen, einfach präsent zu werden.
Es ist ein überraschend gutes Gefühl, so richtig sichtbar zu werden. Eine Website ist ja eigentlich erst einmal nur eine digitale Adresse. Aber es macht was mit mir. Manchmal muss ich mir auch ein wenig selbst Druck machen, damit es nicht nur bei einer Word-Datei bleibt. Denn so können meine geschriebenen Worte dann auch bald endlich gefunden werden.
Bisher war vieles, was ich schreibe, für mich vor allem eines: eine Word-Datei. Ein Dokument mit einem Arbeitstitel wie „Idee3_neu_final_wirklichfinal“. Etwas, das man öffnet, bearbeitet, wieder schließt. Dass der Inhalt vielleicht eines Tages wirklich jemand in den Händen halten wird, schien so weit weg. Aber nun ist es in Rohfassung fertig und ich glaube fest daran, dass dieser Inhalt so viele Leute bereichern könnte.
Durch die Website wird es jetzt real. Die Texte bekommen einen Rahmen. Einen Ort. Merkwürdigerweise nehme ich mich selbst in meiner Autorenrolle direkt ein Stück ernster. Wenn ich mir selbst diesen Raum gebe, dann meine ich es offenbar wirklich ernst.
Es ist verrückt zu sehen, wie so ein Projekt Stück für Stück lebendig wird. Ein ausgewähltes Foto hier, eine formulierte Über-mich-Seite dort, ein Text, der plötzlich nicht mehr nur Entwurf ist, sondern veröffentlicht wird. Dinge, die technisch eigentlich klein sind, aber für mich ziemlich groß anfühlen.
Vielleicht ist es genau das, was kreative Projekte mit einem machen. Sie holen Gedanken aus dem Privaten ins Sichtbare. Sie erinnern mich daran, dass Schreiben mehr ist als eine Datei mit Änderungsverlauf. Ich hoffe, ihr seid ähnlich gespannt wie ich, was aus dieser Buch-Reise wird und ich versuche, euch hier regelmäßig Einblicke zu geben. :)
Anny Röhrich
Autorin · Flugbegleiterin · Köln
